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Britische Ärzte streiken gegen Pensionskürzung

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Britische Ärzte streiken gegen Pensionskürzung

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Erstmals seit fast vierzig Jahren streiken in Großbritannien die Ärzte. Sie setzen sich gegen Kürzungen ihrer Pensionszahlungen und die geplante Erhöhung des Rentenalters zur Wehr. Bestreikt werden aber nur alle nicht-dringenden Untersuchungen und der übliche Papierkram. Notdienste, dringende Operationen und Geburtsmedizin sollten verschont bleiben.

Der Allgemeinarzt Malcolm Willis streikt nicht: “Meine erste Reaktion war – nur über meine Leiche. Macht keine Aktionen gegen meine Patienten. Und wenn ihr streikt, erkläre ich ihnen, warum, und das wird gar nicht lustig.”

Bei Patientenvertretern, der Bevölkerung und den Medien ist die Aktion umstritten. Im Schnitt hat ein britischer Arzt um die 40.000 Euro Pensionsanspruch im Jahr.

“Die sind doch verhätschelt, denn sie bekommen schon eine garantierte Pension”, meint ein älterer Patient. “Ich finde es unfair, dass sie streiken und Patienten in Gefahr bringen.”

“Ich habe es so verstanden, dass sie weiter die Notfallversorgung sicherstellen, aber nicht ihre Routineuntersuchungen durchführen. Sie beziehen Stellung, aber beeinträchtigen hoffentlich nicht die wirklich Kranken”, wägt eine andere Britin ab.

Im Nationalen Gesundheitsdienst NHS waren nach dessen Angaben etwa zehn Prozent der täglichen Krankenhausdienstleistungen von dem 24-Stunden-Austand beeinträchtigt.