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Selbstmordversuch: Rumäniens Ex-Regierungschef will nicht ins Gefängnis

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Selbstmordversuch: Rumäniens Ex-Regierungschef will nicht ins Gefängnis

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Nur wenige Stunden nach seiner Verurteilung zu einer Haftstrafe wegen Korruption hat der rumänische Ex-Ministerpräsident Adrian Nastase versucht, sich umzubringen. Nach Justizangaben schoss er in seiner Wohnung mit einer Handfeuerwaffe auf sich, als die Polizei kam, um ihn ins Gefängnis zu bringen. Er soll sich dabei schwer am Hals verletzt haben.

Ministerpräsident Viktor Ponta, ein Parteifreund des Sozialdemokraten, eilte sofort ins Krankenhaus. Er dürfe zwar nicht in Justizangelegenheiten Stellung nehmen, erklärte er, nicht verboten sei ihm aber, zu schauen, wie es einem Menschen in solcher Lage gehe.

Am Vorabend hatte das Oberste Gericht in Bukarest die Entscheidung einer anderen Kammer bestätigt und Nastase zu zwei Jahren Haft wegen illegaler Parteienfinanzierung verurteilt. Er hatte Teilnahmegebühren einer als Konferenz getarnten Veranstaltung für seinen Wahlkampf abgezweigt. Nastase war von 2000 bis 2004 Ministerpräsident in Rumänien.

Das Urteil war von Beobachtern als Zeichen gewertet worden, dass auch hochrangige Politiker in Rumänien wegen Korruption nicht mehr straffrei davonkommen. Der Kampf gegen Bestechung gilt immer noch als große Schwachstelle des jüngsten EU-Mitgliedslandes.