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Unruhe unter den Ägyptern nimmt zu

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Unruhe unter den Ägyptern nimmt zu

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Die Unruhe unter den Ägyptern nimmt zu: Erneut kommen viele zum Demonstrieren auf den traditionellen Tahrirplatz im Zentrum der Hauptstadt
Kairo. Nach wie vor gibt es kein Ergebnis der Präsidentenwahl vom Sonntag; die Bekanntgabe
wurde verschoben. Trotzdem sehen sich beide Kandidaten schon als Sieger.

Dazu kommt die Ungewissheit um den gestürzten
Langzeitmachthaber Hosni Mubarak – ebenso wie die
umstrittene Auflösung des neugewählten Parlaments durch den Militärrat. Außerdem haben die Generäle sich selber etliche weitere Vollmachten
gegeben, unter anderem auf Kosten des künftigen Staatsoberhaupts.

“Angeblich prüfen die noch Einwände gegen die Wahl”, meint ein Mann auf dem Tahrirplatz; “aber das dauert doch nicht länger als 24 Stunden. Die spielen mit unseren Nerven: Aber wir warten ab, bis alle Ergebnisse da sind.”

Unklar ist auch, wie es Hosni Mubarak wirklich geht. Den staatlichen Medien zufolge liegt der einstige Staatspräsident im künstlichen Koma, nach Hirnschlag und Herzanfall.

Seine Gegner bleiben hart: “Als Mann von Ehre”, sagt ein Mann vor dem Krankenhaus, “würde Mubarak alles Geld zurückgeben, das er außer Landes gebracht hat. Er stirbt, und vor Gott muss er sich verantworten: Ebenso wie für achtzig Millionen hungernde Ägypter und für die, die er umgebracht hat.”

Einer von Mubaraks Anwälten nennt die Berichte über ihn falsch: Mubarak sei einfach im Gefängnis gestürzt und mit einem Blutgerinnsel ins
Krankenhaus verlegt worden. In Ägypten wird spekuliert, ob all die Berichte über Mubaraks schlechten Zustand nur als Vorwand dienen sollen, um ihn sogar ganz aus der – an sich lebenslangen – Haft zu entlassen. Für seine Anwälte ist das sowieso das nächste Ziel. Auch eine Weiterbehandlung im Ausland wäre dann möglich.