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4 : 2 - fast wie im richtigen Leben

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4 : 2 - fast wie im richtigen Leben

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1:1 unentschieden – genau sechs Minuten lang badeten die griechischen Fußballfans während des EM-Spiels Griechenland gegen Deutschland in einer schönen Illusion. Beim Schlusstand 4:2 hatte sie die Wirklichkeit wieder.

Und SIE hatte sich an der Niederlage auch noch persönlich geweidet – Angela Merkel. Viele Griechen verbinden ihr Schulden-Euro-Unheil so sehr mit der deutschen Kanzlerin, dass ihr Name zum Schimpfwort wurde. Ist das Verhältnis reparabel?

Ein junger Grieche in Athen:

“Es geht um Politik, oder? Nein, nie und nimmer! Warum nicht? Politik ist Politik, keine Leichtathletik, kein Sport. Wenn um Sport ginge, wären wir sehr viel näher beieinander.”

Ein deutsch-griechisches Paar:

Er: “Wir schaffen das. Ich bin Deutscher und sie ist Griechiin. Ich habe dieses Spiel mit zwei Herzen verfolgt.”

Sie: “Es war hart, ja.”

Er: “Das war knifflig, für beide Seiten. Wir hoffen, dass sich diese beiden Länder mal wieder vertragen.”

Vor ein paar Monaten hatte die ehemalige DDR-Bürgerin Merkel den Griechen ausgerechnet Ostdeutschland als Vorbild empfohlen. Auch dort
hätten die Menschen einen radikalen Strukturwandel bewältigen müssen.

Laura Davidescu, euronews:

“Niki, die antike Göttin des Sieges, war nicht auf der Seite Griechenlands an diesem Abend. Fußball oder Politik, Griechen und Deutsche, Süd- und Nordeuropäer haben noch keinen Weg gefunden, die Wunden der vergangenen zwei Jahren zu heilen – Jahre des Kalten Krieges der Worte.”

mit dpa, Reuters, AFP