Eilmeldung

Eilmeldung

Raja Pervez Ashraf ist neuer pakistanischer Regierungschef

Sie lesen gerade:

Raja Pervez Ashraf ist neuer pakistanischer Regierungschef

Schriftgrösse Aa Aa

Pakistan hat wieder einen Regierungschef. Nach der Amtsenthebung des Vorgängers Yousaf Raza Gilani und dem Haftbefehl gegen den designierten Nachfolger Makhdoom Shahabuddin hat Ersatzkandidat Raja Pervez Ashraf das Rennen gemacht. Doch auch er steht unter Korruptionsverdacht und scharfer Beobachtung der Justiz.

Der 61-Jährige übernimmt den Posten von Parteifreund Yousaf Raza Gilani, den das Verfassungsgericht am Dienstag des Amtes enthoben hatte. Er sei sich der Probleme des Landes bewusst und werde sie angehen, sagte Ashraf, der noch am Samstagabend von Staatspräsident Asif Ali Zardari vereidigt werden soll.

Zunächst hatte die regierende pakistanische Volkspartei PPP in Abstimmung mit ihren Koalitionspartnern Makhdoom Shahabuddin für das Spitzenamt vorgesehen. Als jedoch am Donnerstag im Rahmen eines Korruptionsverfahrens Haftbefehl gegen den amtierenden Textilminister erlassen worden war, schickte Zardari, der auch PPP-Chef ist, seinen Ersatzkandidaten Ashraf ins Rennen. Der
einzige verbliebene Bewerber der Opposition hatte aufgrund der parlamentarischen Mehrheit des Regierungslagers keine Chance.

Ashraf wurde 1950 in der südlichen Provinz Sindh geboren, wo er studierte und zunächst als Geschäftsmann tätig war. Später zog er
nach Gujar Khan in der Provinz Punjab und trat der PPP bei. In der rund 50 Kilometer südlich von Islamabad gelegenen Kleinstadt nahm
seine politische Karriere rasant Fahrt auf. Von dort wurde er bislang zweimal ins Unterhaus gewählt. Zuletzt 2008, als die PPP einen deutlichen Sieg erringen konnte und die Regierung übernahm.
Auf Ashraf entfiel bei der parteiinternen Postenverteilung das Ministerium für Wasser und Energie. In dieser Funktion war der Vater
von vier Kindern auch für die Zusammenarbeit mit privaten Versorgern zuständig, die in Zeiten von Stromknappheit zusätzliche Energie bereitstellten. Dabei gab es nach Ansicht der Justiz aber finanzielle Unregelmäßigkeiten, von denen auch Ashraf profitiert haben soll. Das Schwarzgeld soll er zudem in Londoner Immobilien angelegt haben.