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Rasanter Präsidentenwechsel in Paraguay

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Rasanter Präsidentenwechsel in Paraguay

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Das Amtsenthebungsverfahren dauerte nur ein paar Stunden. Dann war Fernando Lugo seinen Posten als Präsident von Paraguay los.

Er wird für den Tod von 17 Menschen bei Zusammenstößen zwischen Landbesetzern und Polizisten politisch verantwortlich gemacht.

Vor einer Woche hatten rund 100 Bauern zu den Waffen gegriffen, als die Polizei sie von einem seit drei Wochen besetzten Landgut vertreiben wollte.

Als er 2008 antrat, hatte der ehemalige katholische Bischof Lugo versprochen, Elend und Korruption in dem südamerikanischen Land zu bekämpfen, unter anderem durch Umverteilung von Land – schwierig ohne Parlamentsmehrheit.

Präsident Fernando Lugo:

“Ich habe mich an Recht und Gesetz gehalten, obwohl das verdreht worden ist wie ein zerbrechlicher Zweig im Wind. Ich unterwerfe mich der Entscheidung des Kongresses. Und ich halte mich auch als Ex-Staatschef daran.”

Die Abgeordnetenkammer hatte am Donnerstag für Lugos Ablösung gestimmt, der Senat folgte am Freitag. Dem Staatschef wurden nur zwei Stunden für das Vortragen seiner Argumente zugestanden.

Stunden später war Lugos Stellvertreter Federico Franco als neuer Staatschef vereidigt.

Dessen Partei (“Liberal-radikal authentische Partei”, PLRA), hatte sich kurz nach Lugos Wahlsieg von der bunten Mitte-Links-Koalition des parteilosen Präsidenten weitgehend distanziert.

Unterstützer Lugos waren mit dem Schnellverfahren nicht einverstanden und gerieten vor dem Parlamentsgebäude mit der Polizei aneinander.

Dessen Mahnung: “Bleibt friedlich”.

mit AFP, Reuters, dpa