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Zehntausende Ägypter fordern Wahlergebnis

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Zehntausende Ägypter fordern Wahlergebnis

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Nach der entscheidenden Runde der Präsidentschaftswahlen in Ägypten befürchten Beobachter eine offene Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und dem herrschenden Militär. Zuletzt hatte die konservativ-religiöse Muslimbruderschaft unter Führung ihres Kandidaten Mohammed Mursi zu Protestmärschen aufgerufen. Zehntausende folgten der Aufforderung.

“Wir haben kein Problem mit dem Militär. Auch sie sind Ägypter”, so Mohammed Mursi. “Aber wenn es um konkrete Entscheidungen geht, dann können auch sie unter Umständen irren und das haben sie in diesen Tagen, so mit der Auflösung des Parlaments. Wir sind uns also nicht einig.”

Nach dem Sturz Mubaraks hatte der Oberste Militärrat dessen Vollmachten übernommen und zuletzt das erst kürzlich gewählte Parlament auflösen lassen. Die Kompetenzen des neuen Präsidenten wurden drastisch eingeschränkt.

“Das Militär muss die Politik aufgeben und sich wieder auf seine Aufgaben beschränken”, sagt dieser Demonstrant auf dem Kairoer Tahrir-Platz. “Das Militär soll das Land schützen und nicht ruinieren. Das Ergebnis der Wahlen lässt auf sich warten, das macht mißtrauisch. Ich denke der Militärrat hat sehr deutlich gezeigt, dass er die Macht behalten will.”

Die Wahlkommission weigert sich weiterhin das Ergebnis der Stichwahl offenzulegen. Neben Mursi gibt sich auch dessen Konkurrent Ahmed Schafik als Sieger der Stichwahl.