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Muslimbruder Mursi wird Präsident

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Muslimbruder Mursi wird Präsident

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Mohammed Mursi war für die Muslimbrüder eigentlich nur eine Art Ersatzmann. Er kam erst ins Rennen, als der wesentlich charismatischere Anführer dieser islamischen Bewegung zur Präsidentenwahl nicht antreten durfte. Mursi tritt eher zurückhaltend, ja schüchtern auf. Diesen Nachteil versuchte er bei seinem Werben um die liberalen Kräfte in einen Vorteil zu verwandeln. Er zeigt sich eben nicht als Glaubensfanatiker.
So dankte er denn auch nach der Wahl ausdrücklich “all jenen, die bei diesem allerwichtigsten Ereignis, der Präsidentenwahl, durch ihre Aktionen oder ihre Worte dazu beigetragen haben, dass wir diese Schritte vorwärts gehen konnten auf dem Weg zu einem neuen Ägypten.” Ausdrücklich dankte er den Revolutionären, die Mubarak gestürzt hatten.

Mit in die Waagschale konnte der Kandidat seine langen Jahre als Oppositioneller gegen das Mubarak-Regime werfen, als Mann, der für seine Überzeugung 2006 ein halbes Jahr im Gefängnis gesessen hatte. Zugute kam ihm auch, dass die Muslimbrüder durch ihre jahrelange Sozialarbeit gerade in den Armenvierteln eine breite Basis haben. Da hört man Worte wie die des Wählers Mohammed Wanees, er habe Mursi gewählt, obwohl er so einige Vorbehalte gegenüber der Politik der Muslimbrüder hegt. Er äußert aber die Hoffnung, dass sie es künftig besser machen werden, dass sie auf das Volk hören werden und nicht nur Entscheidungen im eigenen Interesse treffen. Mit Gottes Hilfe werde es nun besser werden.

Mohammed Mursi wurde 1951 als Sohn eines Bauern im Niltal geboren. Er hat studiert, wurde erst Ingenieur und promovierte dann in den USA.

Er ist verheiratet und Vater von 5 Kindern, von denen zwei durch ihre Geburt in den USA die amerikanische Staatsbürgerschaft haben.

Bei den Muslimbrüder galt er bisher als ein eher ruhiger Mann des politischen Apparates.