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Erwartungen an Mursi in Nahost

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Erwartungen an Mursi in Nahost

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Das Wahlergebnis in Ägypten sieht die Regierung in Israel mit viel Pragmatismus, während es in den Palästinensergebieten bejubelt wird. Ein islamistischer Präsident ist nun eine Realität, mit der der hebräische Staat leben muss. Gleichzeitig gibt es Befürchtungen, der Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten stehe auf dem Spiel.

Israel müsse realistisch in die Zukunft sehen, räumt Yitzhak Levanon, ein früherer israelischer Botschafter in Ägypten, ein. Mursi habe gute Kontakte zur Hamas. Allerdings sei Ägypten an einer Versöhnung unter den Palästinensern gelegen, deshalb müsse Mursi auch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Gespräche führen. Zweitens mache sich Ägypten für die Stabilität in der Region stark – was auch für Israel wichtig sei.

In den Palästinensergebieten und besonders im Gazastreifen überwiegt die Zufriedenheit angesichts des Ergebnisses. Die Verbindungen zwischen Hamas und den Muslimbrüdern sind alt. Deshalb sieht der Chef der palästinensischen Islamisten Ismail Haniyeh die Wahl Mursis mit Wohlwollen: Er forderte, Ägypten solle eine führende, historische Rolle spielen, damit Palästinenser in Zukunft frei seien, nach Hause zurückkehren könnten und damit die Besetzung des Gazastreifens ende. Ägypten müsse vereint sein.

Die gemäßigte Fatah unter Palästinenserpräsident Mahmud Abbas begrüßte den Wahlausgang ebenfalls. Abbas forderte Mursi auf, die Palästinenser weiter aktiv zu unterstützen.