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Kopten sehen Wahl Mursis mit Skepsis

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Kopten sehen Wahl Mursis mit Skepsis

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Nach der Wahl des muslimischen Mohammed Mursi zum Präsidenten Ägyptens waren die koptischen Christen zuerst berunruhigt – aber einige haben sich nun mit dem Gedanken an ein Miteinander angefreundet. Denn schlimmer als zur Zeit von Hosni Mubarak kann es für sie nach Meinung dieses Erzbischofs kaum werden.

“Gott sei Dank ist diese Zeit nun zu Ende. Denn es ist wirklich das erste Mal seit sechzig Jahren, dass Ägypten – nach dem Willen des Volkes – einen zivilen Präsidenten wählt. Seit der Revolution vom 23. Juli 1952 waren alle Präsidenten Soldaten.”

Die Kopten, die bis zu zehn Prozent der 80 Millionen Einwohner Ägyptens ausmachen, haben massiv für Mursis Rivalen Ahmed Schafik gestimmt. Doch überzeugt waren sie auch vom unterlegenen Kandidaten nicht.

“Für uns gibt es keinen Unterschied zwischen Ahmed Schafik und Mohammed Mursi. Was uns interessiert ist, wer unsere Rechte schützt. Es gab einen Anschlag auf unsere Kirche, es gab Vorkommnisse in Kairo, aber niemand hat sich dafür interessiert. Wir wollen also jemanden, der uns beschützt.”

Die Kopten fühlen sich in Ägypten oft diskriminiert und sind immer wieder Ziel von Gewalt. Während seiner Kampagne hat der nun gewählte Präsident jedoch versucht, die Gemeinde zu beruhigen.