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Mexiko sehnt sich Langzeitregierungspartei zurück

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Mexiko sehnt sich Langzeitregierungspartei zurück

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Nach 12 Jahren zeichnet sich in Mexiko erneut ein demokratischer Machtwechsel ab. In den Meinungsumfragen vor der Präsidentschaftswahl liegt der Kandidat der Partei der Institutionellen Revolution PRI, Enrique Peña Nieto vorne. Seine Partei hatte von 1929 bis 2000 Mexiko ununterbrochen regiert:

“Wir Mexikaner sind gewillt, die kritische Phase der Stagnation unserer Wirtschaft, die sozialen Gräben und die Gewalt zu überwinden. Diese Wahl stellt die große Möglichkeit dar, dies zu erreichen”, sagte
Peña Nieto bei einer Großkundgebung im Atzteken-Stadion in Mexiko-Stadt.

Peña Nieto ist nicht unumstritten. Der mit einem Telenovela-Sternchen verheiratete Ex-Witwer gilt als Geschöpf des mächtigen Fernsehkonzerns Televisa. “Er ist ein Kandidat, der für die Machtübernahme der Fernsehsender und der geschlossenen Machtgruppen steht”, klagt Studentin Maria Regueiro.

Schärfster Gegner Peña Nietos ist Andrés Manuel López Obrador. Der Ex-Bürgermeister der mexikanischen Hauptstadt tritt für die linke Partei der Demokratischen Revolution (PRD) an. Die Kandidatin der Regierungspartei PAN, Josefina Vázquez Mota, dürfte auf dem vierten Platz landen.

Seit Präsident Felipe Calderón einen Krieg gegen das organisierte Verbrechen erklärte, ist die Gewalt in Mexiko ausgeufert. Jeden Tag werden in Mexiko zwischen 20 und 70 Menschen getötet. Selbst Vicente Fox, der 2000 die PRI nach 71 Jahren von der Macht verdrängte, machte sich in den vergangenen Tagen für Peña Nieto stark.