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Weltinvestitionskonferenz für Europa

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Weltinvestitionskonferenz für Europa

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Noch vor den Sommergästen, die jedes Jahr La Baule bevölkern, sind Experten in das Seebad in Nordwest-Frankreich gekommen, um über Investitionen zu sprechen – auf der Weltinvestitionskonferenz für Europa. Spitzenpolitiker und Manager sprechen hier über Möglichkeiten, die Attraktivität Europas für Investoren zu steigern.
Wer heutzutage von Investitionen spricht, greift ein besonders wichtiges Thema auf. Mitten in der Krise der Eurozone gelten Investitionen als Schlüssel zu neuem Wachstum.
Die Experten treffen sich hier im Rahmen immer intensiverer Bemühungen von Politikern und Wirtschaftsführern um einen Ausweg aus der gegenwärtigen Krise.

Jean-Bernard Guerrée, Chef der World Investment Conferences: “Die Weltinvestitionskonferenz wurde vor zehn Jahren ins Leben gerufen, um Investitionen nach Europa zu holen. Es geht darum, Investoren aus China, Brasilien, den USA und anderen Ländern mit den Möglichkeiten vertraut zu machen, hier in Europa Geschäfte zu machen.”

Am zweiten Tag der Konferenz wurde eine Studie von Ernst & Young veröffentlicht, derzufolge 2011 ein Rekordjahr für ausländische Direktinvestitionen in Europa war, der Krise zum Trotz.
Marc Lhermitte von Ernst & Young sagt: “Wenn Sie die Europäische Union betrachten, sehen sie rund 500 Millionen Verbaucher. Wenn Sie den Blick erweitern auf das ganze Geschäfts-Europa (mit Russland, der Türkei und der Ukraine), dann sehen sie 850 Millionen. Investoren sagen daher: Ihr habt Probleme, wir haben Probleme, aber es gibt auch Dinge, die wir mögen: Eure Stabilität, die hochentwickelten Märkte und das langfristige Wachstum”.

Die Studie hat alle erfreut, die Europa mit Optismus ansehen, und besonders ein Land wie Frankreich, das in den vergangenen Monaten Sorgen bereitet hatte. Dazu sagt David Appia, Chef der Invest in France Agency:

“Die Zahl der ausländischen Investitionen in Europa in den Jahren 2010 und 2011 hat weiter zugenommen. Das gilt auch für Frankreich. Vergangenen März haben wir die Zahlen für das Jahr 2011 vorgelegt, und nach unseren Ermittlungen und Berechnungen gab es 698 Investitionsbeschlüsse, das sind durchschnittlich dreizehn pro Woche.”

Doch es gibt auch jene, die zwar die objektiven Vorzüge Europas sehen, aber schnelle Maßnahmen fordern, um die Wirtschaft Europas zu schützen.
Jan Mühlfeit, Europachef von Microsoft:

“Vorerst können wir optimistisch sein, aber wenn man in die Zukunft schaut, muss man auch an die PISA-Studie zu Schulleistungen denken. Die hat ergeben, dass europäische Länder abrutschen. Aber die heutigen Schüler werden in fünf bis sieben Jahren unsere Arbeitskräfte sein. Also müssen wir unsere Bildungsreformen beschleunigen – für die intelligente Wirtschaft der Zukunft.”

Innovation ist zweifellos von entscheidender Bedeutung für die Erholung des verarbeitenden Gewerbes in Europa, betont Christophe de Maistre, Chef von Siemens France & South-West Europe:

“Die Innovation ist der Motor der Entwicklung in Ländern, die man entwickelt nennt. Das entspricht genau den Herausforderungen, denen wir uns jetzt stellen müssen. Trotz der Krise hat die Zahl neuer Patente zugenommen. Das ist ein gutes Zeichen in diesen schwierigen Zeiten. Man kann also sagen, dass Innovation noch immer stattfindet. So muss es weitergehen. Man kann nicht alles tun, und deshalb müssen wir uns auf Branchen konzentrieren, die uns besonders wichtig erscheinen.”

Im Zuge der Globalisierung treten neue internationale Wettbewerber und Märkte hervor. Doch Europa kann noch immer die entscheidenden Eigenschaften und Ressourcen vorweisen, mit denen der Kontinent seine Rolle als ein Hauptakteur der Weltwirtschaft stärken kann.