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EU-Gipfel: Handschlag vor Schlagabtausch

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EU-Gipfel: Handschlag vor Schlagabtausch

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Der Handschlag beim Treffen in Paris kann es nicht verbergen: Europas Mächte – allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident François Hollande – waren lange nicht so uneins darüber, wie die EU aus dem Schuldenschlamassel herausgeführt werden kann.

Schlechte Vorzeichen für den Gipfel, der heute in Brüssel beginnt. Merkel machte vorab klar: Selbst Europas stärkste Wirtschaft dürfe nicht überstrapaziert werden.

Zusammen mit Hollande suchte sie gestern in Paris nach Kompromissen und zeigte sich demonstrativ solidarisch: “Ich sage, wir brauchen ein Mehr an Europa und ich glaube, darin sind wir uns einig, wir brauchen ein funktionierendes Europa, darauf schauen die Märkte. Und wir brauchen ein Europa, das sich gegenseitig hilft, das ist der Geist, in dem wir arbeiten,” erklärte Merkel in Paris. Doch Solidarität müsse auch mit größerer Kontrolle der nationalen Budgets einhergehen.

Frankreich und die Krisenkandidaten Spanien sowie Italien erhoffen sich vom EU-Gipfel schnelle Erleichterungen im Kampf gegen die Schuldenberge. Der italienische Ministerpräsident Mario Monti forderte eine verstärkte Zusammenarbeit bei den Steuern, die in einer gemeinsamen Finanztransaktionssteuer münden solle.

Weitere Themen auf dem Treffen heute in Brüssel: Ein Wachstumspakt, die Vergemeinschaftung der Schulden und eine strengere Bankenkontrolle.

Es ist bereits der 20. Gipfel der EU-Staaten seit Beginn der Krise in Europa.