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EU-Krisengipfel: Schwierige Einigung

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EU-Krisengipfel: Schwierige Einigung

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Am Ende setzte Italiens Regierungschef Mario Monti sich dann durch gegen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel. Beim EU-Krisengipfel im Brüssel gelang es ihm im Verbund mit Spanien, Merkel dazu zu bringen, neuen Nothilfen für kriselnde Euroländer zuzustimmen – etwas, was sie nur Tage zuvor abgelehnt hatte. Nun feierten Merkel wie auch Italien und Spanien die Gipfelergebnisse aber als Stärkung Europas und des Euros.

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy sagte vor der Presse: “Alle, die im Euro sind, wollten diese Währung freiwillig und wir wollen, dass sie bestehen bleibt, das ist unser Standpunkt. Wir wollen mehr Integration, wir wollen mehr geldpolitische Integration, mehr Integration unter den Banken.”

Nach dem deutschen Ja hoben Italien und Spanien ihre Blockade auf und machten den Weg zum 120-Milliarden-Euro-Wachstumspaket frei. Fortan sollen daneben Krisenstaaten leichter auf den Euro-Rettungsfonds ESM zugreifen können, außerdem kann der Fonds maroden Banken direkt Geld zuschießen.

EZB-Chef Mario Draghi versuchte, der Furcht vorzubeugen, genau dieser leichte Zugang könne missbraucht werden. Er sagte: “Diese Dinge müssen an starken Bedingungen gebunden sein, ansonsten sind sie nicht glaubwürdig und werden den Zweck, zu dem sie geschaffen wurden, verfehlen.”

Die Börsen reagierten erleichtert und positiv auf die Brüssel-Beschlüsse. In Frankfurt gingen die Kurse deutlich nach oben. Dasselbe Bild in Spanien. Und auch der Euro, der in den vergangenen Wochen unter starken Druck geraten war, stieg wieder an, zeitweise auf etwas mehr als 1,26 Dollar.