Eilmeldung

Eilmeldung

Megawahl in Mexiko: Zeichen stehen auf Machtwechsel

Sie lesen gerade:

Megawahl in Mexiko: Zeichen stehen auf Machtwechsel

Schriftgrösse Aa Aa

Gut 80 Millionen Stimmberechtigte sind an diesem Sonntag zu einer Megawahl aufgerufen, sie wählen nicht nur einen neuen Präsidenten, sondern auch die beiden Parlamentskammern und neue Gouverneure.

Die Partei des amtierenden Präsidenten Felipe Calderón dürfte den Umfragen zufolge die Macht verlieren. Stattdessen liegt in den Prognosen
Enrique Peña Nieto vorn, der Kandidat der früheren Langzeitregierungspartei PRI. Sie regierte Mexiko im vergangenen Jahrhundert über siebzig Jahre lang.

Viele Mexikaner hoffen auf den Machtwechsel, frustriert vom vergeblichen Kampf des Staates gegen die Drogenkartelle und die Armut. In den über fünf Amtsjahren Calderóns starben mehr als 50.000 Menschen im Drogenkrieg. Seine Offensive mit dem Militär konnte dem nicht abhelfen und blieb bei der Bevölkerung unpopulär. Und trotz wirtschaftlich guter Entwicklung schaffte der Präsident es nicht, den Armen mehr Wohlstand zu bringen. Er tritt nicht mehr an, die Kandidatin seiner Partei liegt in den Umfragen nur an dritter Stelle.

Fraglich ist, wie der in den Umfragen zweitplatzierte Kandidat der Linken eine mögliche Niederlage hinnimmt. Bei der letzten Präsidentschaftswahl hatte er seine sehr knappe Niederlage und den neuen Präsidenten Calderón nicht anerkannt. Im Fall eines weiteren Scheiterns hat er schon angedroht, dass Wahlergebnis anzufechten.

Entscheidend dürfte sein, wie das neue Parlament sich zusammensetzt. Reformversuche Calderóns und seines Vorgängers Fox waren im Kongress durch die PRI-Mehrheit mehrmals blockiert worden.

Es sind die bestüberwachten Wahlen in der Geschichte Mexikos, das immer wieder Probleme mit Wahlbetrug hatte. Die Ergebnisse werden für Montagmorgen erwartet.