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Credit Agricole flüchtet aus Griechenland

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Credit Agricole flüchtet aus Griechenland

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Die französische Großbank Credit Agricole zieht sich aus Griechenland zurück – und die Märkte applaudieren. Der Preis der Aktie der viertgrößten Bank Europas stieg am Montag in Paris um fast sieben Prozent, das ist der größte Tagesgewinn seit Januar. Zu verdanken ist dies auch Gerüchten, die Credit Agricole wolle ihre strauchelnde Griechenland-Tochter Emporiki verkaufen. Drei griechische Geldgeber sollen Interesse daran gezeigt haben, den Griechenland-Ableger der französischen Bank zu kaufen. Bis jetzt hat allerdings nur die griechische Nationalbank bestätigt, strategische Übernahmegespräche zu führen.

Die Credit Agricole hält 85 Prozent an Emporiki. Sie hatte das Institut im Jahr 2001 um 2,2 Milliarden Euro gekauft. Der Wert von Emporiki hat sich seit damals verdreifacht. Zudem hat die französische Großbank Emporiki für das laufende Jahr eine Kreditlinie von fast 5 Milliarden Euro garantiert – Geld, das nun verlorenzugehen droht. 35 Prozent der 23 Milliarden Euro an Krediten, die Emporiki vergeben hat, können wohl kaum zurückgezahlt werden. Tatsächlich nehmen die Zahlungsausfälle noch zu.

Sich aus dieser griechischen Tragödie zu befreien ist also für die Credit Agricole überlebenswichtig. Die Großbank fürchtet zudem eine Ausweitung der Griechenland-Krise durch ihre Beteiligungen an italienischen und portugiesischen Banken. Genau das ist das Damoklesschwert, das die Anleger fürchten und das die Credit-Agricole-Aktie im Mai auf eine historische Talfahrt schickte.