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Der Libor - ein wichtiger Zinssatz

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Der Libor - ein wichtiger Zinssatz

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In London ist der weltweit gültige Interbanken-Zinssatz Libor beheimatet. Der Libor, eine Abkürzung für London Interbank Offered Rate, basiert auf den täglich abgelieferten Daten mehrerer Großbanken und beschreibt den Zinssatz, zu dem sich die Banken untereinander Geld leihen. Er dient als Referenz für Finanzprodukte im Wert von mehr als 300 Billionen Dollar. Im Juli 2011 lag der Dreimonats-Libor bei 0,8 Prozent, im Januar 2012 betrug er mehr als ein Prozent, derzeit liegt er bei knapp 0,9 Prozent. “An diesem Durchschnitt orientieren sich die Zinsen, die Millionen Menschen für ihre Hypotheken und kleine Unternehmen für ihre Kredite zahlen müssen”, erläutert Tony Greenham von der New Economics Foundation, “auch die Zinsen von Studentenkrediten und Versicherungsprodukten. Das betrifft eine vielfältige Reihe von Finanztransaktionen weltweit, nicht nur in Großbritannien.”

Zwischen 2005 und 2009 sollen mehrere Geldinstitute absichtlich falsche Libor-Sätze gemeldet haben, um ihre Handelsgewinne dadurch in die Höhe zu treiben und die Refinanzierungskosten zu verschleiern. Rund 20 Banken sind dem Vernehmen nach in den Skandal verstrickt, darunter die Schweizer UBS, die Royal Bank of Scotland und die Deutsche Bank.