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Kehrt in Mexiko die alte Macht zurück?

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Kehrt in Mexiko die alte Macht zurück?

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Der junge Mann soll die alte Partei wieder an die Macht bringen. Enrique Peña Nieto, 45 Jahre alt, ist von der “Partei der institutionalisierten Revolution” zielgerichtet für die Rückeroberung des Präsidentenpalastes aufgebaut worden.
70 Jahre – von 1929 bis 2000 – hatte die PRI wie eine Einheitspartei das Land regiert.
Nieto hatte zunächst in der vorigen Wahlperiode
den Gouverneursposten in seinem Heimatstaat Estado de Mexico gewonnen und klug als Ausgangspunkt für höhere Ambitionen genutzt.
Den fast 80 Millionen mexikanischen Wählern versprach er ein “sicheres und friedliches Mexiko. Mit mehr sozialer Gleichheit, mit Wirtschaftswachstum, das Arbeitsplätze schafft, wo es mehr Möglichkeiten für alle gibt.”
Dabei ist vor allem bei jungen Mexikanern die Sorge groß, es könnten in verjüngtem Gewande die alten Methoden der Einheitspartei zurückkehren, die jahrzehntelang alle Bereiche des Landes beherrschte. Die Studenten vom Aktionbündnis “yosoy132” protestierten vor allem gegen die Wahlkampfmethoden. Nieto wurde vom größten privaten Fernsehsender des Landes wie ein Pop-Star hochgepuscht. Gegen seine absolute Medienpräsenz hatte kein politischer Gegner eine Chance.
Der Journalist José Reveles beklagt die menschliche Tragödie im heutigen Mexiko als wichtigstes Problem, dass der Präsident lösen müsse. Die allgegenwärtige Gewalt, wo Menschen verschleppt und getötet werden. Er sagt:
“Wir sprechen von 70 000 Toten”.
Enrique Peña Nieto hatte schon seine Hochzeit 2010 geschickt genutzt, um sich landesweit ins Gespräch zu bringen. “Zufällig” ist seine zweite Ehefrau Angélica Rivera der Star einer vielgesehenen Fernsehserie. Da jubelten die bunten Blätter, dies sei doch das ideale Paar für den Präsidentenpalast. Was nun angesichts der Riesenprobleme im Land zu beweisen sein wird.