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Britische Opposition fordert Gerichtsverfahren gegen Barclays

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Britische Opposition fordert Gerichtsverfahren gegen Barclays

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Der Rücktritt des Barclays-Topbankers Bob Diamond ist von vielen Politikern begrüßt worden. Diamond war über den Skandal um manipulierte Zinssätze gestolpert. Vor dem einflussreichen Bankenchef hatte auch der Aufsichtsratsvorsitzende seinen Rücktritt angekündigt.

Finanzminister George Osborne forderte ein Umdenken bei britischen Geldhäusern. “Wir brauchen Banken, die Geld in unsere Wirtschaft stecken, statt für Skandale zu sorgen. Ich hoffe, dies ist ein erster Schritt für mehr Verantwortungsbewusstsein bei britischen Banken,” forderte der Finanzminister.

Diamond muss sich bereits am Mittwoch vor dem Finanzausschuss des britischen Parlamentes verantworten. Doch das geht der Opposition nicht weit genug.

Oppositionsführer Ed Miliband verlangte eine unabhängige richterliche Untersuchung, um diese Praktiken von Grund auf zu beleuchten und Empfehlungen für die Zukunft zu machen. Er erklärte, falls Regierungschef Cameron keine richterliche Untersuchung einleite, dann habe er das Ausmaß der Krise nicht verstanden.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Barclays den britischen und amerikanischen Finanzaufsichtsbehörden Strafen in Rekordhöhe zahlen muss, um weitere Ermittlungen abzuwenden.

Nun werden Forderungen laut, wonach Diamond Teile seiner Boni zurückzahlen muss. Das Gesamtvermögen des Barclays-Chefs wird nach mehreren stattlichen Jahresgehältern auf mehr als 120 Millionen Euro geschätzt.

Der Skandal könnte weitere Kreise ziehen. So wird weltweit derzeit gegen 20 Kreditinstitute ermittelt.