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Rekordstrafe für Pharmakonzern

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Rekordstrafe für Pharmakonzern

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Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) zahlt in den USA eine Rekordstrafe von 2,4 Milliarden Euro. Das Unternehmen bekannte sich der irreführenden Vermarktung von Medikamenten für schuldig. Unter anderem hatte es das Antidepressivum Paxil für den Einsatz bei Patienten unter 18 Jahren empfohlen zu haben, obwohl das Mittel von der Gesundheitsbehörde FDA gar nicht dafür zugelassen war.

“Betrug im Gesundheitswesen ist eine Epidemie, die alle Aspekte unseres Lebens erfasst. Und doch hören wir schon seit langem, dass die Pharmaindustrie diese Vergleiche einfach nur als Betriebskosten betrachtet. Deshalb versuchen wir alles, um diesen Betrug zu unterbinden”, sagte der Leiter der Ermittlungen im US-Justizministerium Stuart F. Delery.

Glaxo gestand Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen des Diabetesmittels Avandia auf das Herz-Kreislaufsystem den Aufsichtsbehörden nicht mitgeteilt zu haben.

“Zwischen 50- und 100-tausend Diabetiker erlitten unnötige Herzinfarkte oder Tode wegen Avandia. Das Mittel hat viele Menschen auf dem gewissen”, klagt der Kardiologe Dr. Steve Nissen von der Cleveland Clinic.

Es ist die höchste Strafe, die je gegen einen Pharmakonzern verhängt wurde. Glaxo versicherte, die Mängel abgestellt zu haben. Dass sich Glaxo im Rahmen des Vergleichs mehrerer Vergehen für schuldig bekannt hat, ist außergewöhnlich.