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Libor-Skandal macht Unternehmen zu schaffen

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Libor-Skandal macht Unternehmen zu schaffen

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Der Skandal um die Manipulation des Libor-Zinssatzes treibt viele Unternehmen in den Ruin – so etwa den Pubbetreiber Sarumdale. Dessen Gründer Mike Lloyd schloss im Jahr 2006 auf Anraten von Barclays zusätzlich zum Firmenkredit eine Versicherung ab, um sich gegen künftige Zinserhöhungen zu schützen. Dann jedoch fielen die Zinsen – und niemand hatte Lloyd erklärt, dass dies die Kosten der Versicherung in die Höhe treiben würde. “Die Strafzahlungen betrugen umgerechnet mehr als 370.000 Euro”, so Lloyd, “und das über drei Jahre hinweg. Das alles hat uns damit mehr als 1,2 Millionen Euro an Strafzahlungen gekostet.”

Der Chef der Bank of England, Sir Mervyn King, forderte, dass der Libor auf Grundlage der tatsächlichen Transaktionskosten ermittelt werden müsse, da man sich auf die Angaben der Banken nicht verlassen könne. Und er übte scharfe Kritik an manchen Bankern: “Es gibt in den Banken viele ehrliche und hart arbeitende Menschen, die jetzt das Gefühl haben, von ihren Kollegen und ihren Chefs im Stich gelassen worden zu sein. Ich hoffe, jetzt erkennt jeder, dass hier im britischen Bankensektor etwas sehr falsch gelaufen ist und dass wir das jetzt korrigieren müssen.”

Auf Barclays und andere Institute kommen zudem Klagen in Milliardenhöhe zu. So hat etwa eine Gruppe von Fondsgesellschaften bereits eine Sammelklage in den USA angestrengt.