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Medwedew-Besuch entfacht Kurilen-Streit mit Japan

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Medwedew-Besuch entfacht Kurilen-Streit mit Japan

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Mit einem Besuch auf den Südkurilen hat der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew den Anspruch Russlands auf die Inselgruppe im Pazifik untermauert. Medwedew besuchte am Dienstag die Insel Kunaschir (japanisch Kunaschiri). Sie liegt nur wenige Kilometer vor der japanischen Nordinsel Hokkaido und wurde nach der Kapitulation Japans von der Roten Armee besetzt.

“Die ist unsere Heimat. Wir werden nicht einen Zentimeter aufgeben. Warum sollten wir das? Wer nur einen kleinen Teil seines Landes aufgibt, löst einen Sturm aus, der mit dem Zusammenbruch des Staates endet. Das ist gefährlich”, erklärte Medwedew.

Japan verlangt die Rückgabe der vier südlichen Kurilen. Der Streit verhindert die Unterzeichnung eines Friedensvertrages. Auf den Inseln befinden sich große Gold- und Silbervorkommen. Die japanische Regierung protestierte scharf gegen den Besuch Medwedews: “Hinsichtlich der japanisch-russischen Beziehungen bedeutet ein Besuch eines russischen Würdenträgers auf unseren nördlichen Inseln Konfliktpotential, und Russland sollte sich dessen bewusst sein”, erklärte Kabinettssekretär Osamu Fujimura.

Die Inseln sind nur dünn besiedelt. Auf Kunaschir leben 8000 Personen. Arbeit gibt es nur in der Verwaltung oder der Fischerei. Mit Infrastrukturprojekten soll die Wirtschaft angekurbelt werden. Moskau will in den kommenden Jahren umgerechnet rund 500 Milliarden Euro auf den Kurilen investieren.