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Sprachenstreit spaltet Ukraine

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Sprachenstreit spaltet Ukraine

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In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind Tausende Menschen gegen das umstrittene Sprachengesetz auf die Straße gegangen. Schon am Vortag lieferten sich die Demonstranten Auseinandersetzungen mit der Polizei. Das Gesetz macht Russisch zur zweiten Amtssprache in der Ukraine und spaltet die Bevölkerung.

Ein pro-russischer Passant beschimpft die Demonstranten: “Die Ukraine ist ein freies Land. Wenn wir Russisch als Amtssprache neben Ukrainisch haben wollen, dann dürfen wir das.”

Der ukrainische Schriftsteller Olaksi Nikitin fürchtet die politische Macht Moskaus. Er meint: “Die meisten Ukrainer sind zwar zweisprachig. Die meisten Ukrainer sprechen und verstehen sowohl ihre eigene Sprache, Ukrainisch, als auch Russisch. Aber es ist klar, dass die russische Sprache für Russland steht mit all seinen Institutionen und seinem Einfluss. Wenn wir Ukrainer uns nicht für unsere Sprache stark machen, tut das niemand anderes. Wir müssen unsere Sprache fördern, und nicht eine andere.”

Kritiker bemängeln vor allem, dass das Gesetz ohne Berücksichtigung der Änderungsanträge sowie unter Verletzung aller Prozeduren und Regeln “durchgepeitscht” worden sei.