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Verteidigung: Gaddafisohn bekommt keinen fairen Prozess

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Verteidigung: Gaddafisohn bekommt keinen fairen Prozess

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Muammar Gaddafi, Libyens gestürzter Machthaber, ist tot – aber seinem Sohn und rechter Hand Seif al-Islam soll noch der Prozess gemacht werden. In Libyen selbst natürlich, meint man dort – unmöglich, sagen dagegen seine Pflichtverteidiger vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag.

Wochenlang wurden sie gefangengehalten, als den Gaddafisohn in Libyen besuchten; erst diese Woche kamen sie frei. Melinda Taylor war dabei und sagt jetzt, Seif al-Islam könne in Libyen keinen fairen Prozess mehr bekommen. So hätten die Behörden die Verteidigung darüber getäuscht, dass der Besuch überwacht würde. Außerdem hätten sie Dokumente beschlagnahmt, die von der Schweigepflicht und von IStGH-Bestimmungen gedeckt seien.

Der Internationale Strafgerichtshof hat gegen Seif al-Islam Gaddafi einen Haftbefehl erlassen. Libyen bestreitet aber, dass das Gericht in Den Haag zuständig sei, und will dem Gaddafisohn im eigenen Land den Prozess machen.