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Prostituierte demonstrieren gegen Frankreichs Frauenministerin

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Prostituierte demonstrieren gegen Frankreichs Frauenministerin

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In Paris haben Prostituierte gegen ein mögliches faktisches Verbot ihres Berufs demonstriert. Damit reagieren sie auf Äußerungen von Frankreichs neuer Frauenministerin: Ihr Ziel sei es, sagt Najat Vallaud-Belkacem, dass die Prostitution verschwinde. Vor allem nennt sie dabei mögliche Strafen für die Freier.

Vallaud-Belkacem betont, sie wolle die gewaltige Mehrheit der Prostituierten schützen, die Opfer von Gewalt durch Zuhälter seien.

Bevor sie sich öffentlich äußere, solle die Ministerin erstmal ihre Hausaufgaben machen, sagt aber Morgane Merteuil, Chefin der Prostituiertengewerkschaft STRASS.

Es gebe nicht die eine Prostitution, meint Merteuil, sondern viele verschiedene Arten. In jeder Lage brauche man die passenden Maßnahmen. Man könne
ja gegen Zwangsarbeit kämpfen: Und trotzdem könne man doch denjenigen Rechte gewähren, die diese Tätigkeit aus freien Stücken ausübten.

Prostitution ist in Frankreich nicht verboten, dafür aber die Zuhälterei. Unter der vorigen Regierung hatte das Parlament Ende letzten Jahres eine Entschließung verabschiedet, die ebenfalls die Freier bestrafen sollte. Diese Entschließung ist aber kein Gesetzentwurf und nicht verpflichtend.