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Öffentliche Hinrichtung einer Frau in Afghanistan

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Öffentliche Hinrichtung einer Frau in Afghanistan

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Die Taliban richten in Afghanistan öffentlich eine Frau hin: Das ist die Aussage eines dreiminütigen Amateurvideos, über das die Nachrichtenagentur Reuters verfügt.

Diese Bilder zeigen, wie ein Mann immer wieder auf die hockende Frau schießt, auch als sie schließlich am Boden liegt – unter dem Beifall der Zusehenden.

Der Vorwurf der Taliban lautete auf Ehebruch. Für Abdul Bassir Salangi, den Gouverneur der Provinz Parwan, geht es hier einfach um einen Streit um die Frau zwischen zwei Talibanführern. Die Frau sei unschuldig gewesen. Nur den Gerichten und dem Präsidenten stehe so etwas zu, sagt er weiter: Die Täter seien wilde Tiere und müssten bestraft werden.

Ein Schock ist der Vorfall für Fausia Kufi, Frauenrechtlerin und Parlamentsabgeordnete in der Hauptstadt Kabul: Das dürfe man ebenso wenig dulden wie das Schweigen der Regierung, sagt sie. Das sei nur ein paar Kilometer von Kabul entfernt passiert: Man müsse etwas dagegen unternehmen – als Frauen, aber auch einfach nur als Menschen.

Die Bilder zeigen auch, mit welcher Leichtigkeit die Aufständischen der Taliban ihr eigenes Recht schaffen und durchsetzen – nicht nur in ihren Hochburgen, sondern auch in der Nähe der Hauptstadt.

Afghanistans Frauen haben sich in den letzten Jahren Freiheiten erkämpft. Sie befürchten aber ein Ende dieser Freiheiten, wenn nun mit den Taliban über einen Frieden verhandelt wird und dabei Zugeständnisse gemacht werden.