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Wahl-Euphorie in Tripolis

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Wahl-Euphorie in Tripolis

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Die Libyer haben die erste freie Wahl nach Jahrzehnten der Gaddafi-Herrschaft gefeiert – noch bevor die ersten Wahlergebnisse bekanntgegeben wurden. Vor allem in der Hauptstadt Tripolis herrschte Euphorie nach der regen Wahlbeteiligung. Die nationale Wahlkommission gab bekannt, dass 98 Prozent der Wahlbüros geöffnet gewesen seien. Und der Chef der Wahlkommission verkündete das Ende eines erfolgreichen Wahlvorgangs.

Erste Ergebnisse sollen an diesem Sonntag vorliegen. Einige Journalisten vor Ort berichten von einem möglichen Erfolg der westlich orientierten Allianz von Mahmoud Jibril, der auch im Übergangsrat war.

Doch im Osten Libyens wurden Wahlbüros angegriffen – ein junger Vertreter der Wahlkommission wurde sogar getötet. Und weil sie sich von der Hauptstadt übergangen fühlen, drohen einige Politiker in Bengasi mit einer Abspaltung des Ostens.
Der Sprecher eines Militärrates erklärte: “Wenn unsere Forderungen weiterhin auf taube Ohren stossen, werden wir unser Öl behalten und selbst exportieren und hier im Osten den Staat Kyrenaika wieder ausrufen.”

Die östlichen Gebiete der Region Kyrenaika müssten mehr als die vorgesehenen 60 Sitze im Nationalkongress erhalten, meinen die Libyer, die aus Protest Wahlbüros verwüstet und Stimmzettel verbrannt haben.