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Wehrdienst in Israel auch für Ultraorthodoxe?

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Wehrdienst in Israel auch für Ultraorthodoxe?

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Unter dem Motto “Alle sollen Dienst tun” haben in Tel Aviv Zehntausende für eine Reform der israelischen Wehrpflicht demonstriert. Sie fordern, dass auch ultraorthodoxe Juden Dienst bei der Armee leisten müssen.

Es sei ungerecht, dass 60.000 junge Juden die Last des Wehrdienstes nicht teilten, beklagt der Kriegsreporter Ron Ben Yishai. Und er kritisiert die Regierung Netanjahu, diese ergebe sich dem Druck der ultraorthodoxen Politiker, die nicht in der Armee Dienst tun, aber darüber entscheiden, ob das Land in den Krieg ziehe.

Die Regierung von Benjamin Netanjahu sucht seit Monaten verzweifelt nach einem Kompromiss. Israels Oberstes Gericht hatte die Wehrdienstbefreiung für Ultraorthodoxe im Februar für verfassungswidrig erklärt – jetzt muss vor dem 1. August eine Lösung gefunden werden.

Der Rabbiner Isreal Eichler meint, um Konflikte und Hass zu vermeiden, solle man den Wehrdienst ganz abschaffen. Er schlage eine Berufsarmee wie in den USA vor.

Die strengreligiösen Tora-Studenten sagen, der Dienst bei der Armee lasse ihnen nicht genug Zeit für ihre Gebete und Studien.

In Israel müssen Männer drei und Frauen zwei Jahre lang bei Tsahal dienen. Bisher sind orthodoxe Juden und arabische Israelis von dieser Regel ausgenommen. Umfragen zufolge hält eine große Mehrheit der israelischen Bürger die Ausnahmen aber für ungerecht.