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Gilberto Gil: "Ich bin ein alt gewordenes Kind"

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Gilberto Gil: "Ich bin ein alt gewordenes Kind"

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Vor einigen Jahren erhielt der den Polar Music Prize, der als Nobel-Preis für Musik gilt, und im Verlauf seiner Karriere, die bereits mehr als ein halbes Jahrhundert andauert, gewann er elf goldene und fünf Platin-Schallplatten: Gilberto Gil. Ob er bei jüngeren Musikern immer noch Anregungen finde, wie er sie einst bei Bob Marley oder den Beatles fand, wollten wir von ihm wissen. “Ich schenke heutigen Klängen, wie es der Hiphop oder andere Musikrichtungen in der Welt sind, immer noch große Aufmerksamkeit”, so der brasilianische Musiker. “Doch meine Inspirationsquellen sind die traditionelle Volksmusik Brasiliens, der amerikanische Jazz und der Rhythm and Blues sowie Salsa und Reggae, die aus Mittelamerika kommen.” 2003 wurde er zum Kulturminister der Regierung Lula da Silva ernannt, trat aber fünf Jahre später zurück. Grund waren politische Querelen sowie Kritik an seiner Kulturpolitik. Heute meint er zu seiner Zeit als Minister: “Wir haben zweierlei versucht: Zum einen, allen Menschen Zugang zu kulturellen Ereignissen zu verschaffen und zum anderen haben wir die Kultur selbst gefördert. Das heißt wir haben anerkannte Künstler doch auch solche unterstützt, die auf dem Weg waren, es zu werden.” Die Musik, die Kultur Brasiliens seien ein großer Schmelztiegel, sagt Gilberto Gil: “Mix und Vielfalt sind eine Grundeigenschaft der heutigen Welt. Brasilien war schon immer so, es schenkt der Welt diese Erfahrung des Pluralismus.” Ob er sich um sein Alrer so wenig Sorgen mache, weil seine Mutter 98 sei und seine Konzerte immer noch besuche. Und was es bedeute, im Einlang mit seinem Alter zu leben?
“In meiner Kindheit war ich sehr neugierig und als Heranwachsender sehr aktiv. Auch als Erwachsener war ich neugierig, doch zugleich schenkte ich dem Lernen große Aufmerksamkeit. Heute, mit 70, halte ich mich für eine Art altes Kind.”