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Olympia-Dilemma für muslimische Sportler

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Olympia-Dilemma für muslimische Sportler

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Bei den Olympischen Spielen in London stehen die muslimischen Sportler vor einem Dilemma. Denn zeitgleich mit den Spielen findet der Fastenmonat Ramadan statt. Viele Sportler wollen die Fastenregeln streng einhalten. Andere Athleten wiederum haben Alternativ-Lösungen gefunden.
So gilt für den Briten Mohamed Sbihi das Motto “Spenden statt fasten“, wie der Ruderer mitteilte:
“Die Entscheidung während Olympia nicht zu fasten, habe ich ziemlich früh getroffen. Es war meine persönliche Entscheidung die ich mit meiner Familie abgesprochen habe. Das hab ich dann den Trainern mitgeteilt.” Sbihi wird rund 2.500 Euro spenden. Mit dem Geld sollen etwa 1.800 Bedürftige, vor allem Kinder in Marokko, mit Lebensmitteln versorgt werden.
Für die Athleten aus Saudi-Arabien ist dies aber keine Alternative. Sie wollen sich komplett an die Fastenregeln halten, wie Dreispringer Ossemah Masoud klarstellte: “Für mich ist das normal. 2008 sind wir auch während des Ramadans gestartet. Man kann das problemlos während der Fastenzeit tun.”
Auch viele palästinensische Athleten stehen vor dem Dilemma, sportliche Höchstleistungen bringen zu müssen und dabei auf Nahrung und Wasser zu verzichten. Für den Judoka Maher Abu Rmeileh ist dies jedoch kein Problem, wie er versicherte: “Der Sport ist vom Fasten nicht beeinträchtigt. Sport bleibt immer Sport, unabhängig von der Saison oder von den Wettkämpfen. Es ist wie immer, wir sind bereit, egal ob gerade Ramadan ist oder nicht.”
Muslimische Sportler haben also während Olympia die Wahl. Einerseits können sie sich streng an die Regeln halten, oder sie können für jeden nicht gefasteten Tag während der Spiele Mahlzeiten für mindestens 60 bedürftige Menschen spenden. Diese Alternative ist von mehreren islamischen Gelehrten auf ihre Rechtmäßigkeit geprüft und bestätigt worden.