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Südosteuropas Nachwuchstalente zeigen ihre Arbeit beim 18.Filmfestival von Sarajevo


Kultur

Südosteuropas Nachwuchstalente zeigen ihre Arbeit beim 18.Filmfestival von Sarajevo

Großer Bahnhof beim 18. „Sarajevo Film Festival“. Den Auftakt machte der Film “Die Kinder von Sarajevo” der bosnischen Regisseurin Aida Begic.

Bis zum 14. Juli zeigt das Festival 210 Filme aus 57 Ländern. Neun Filme aus Südosteuropa gehen dabei in den Wettbewerb um den Preis “DAs HErz von Sarajevo”.

Das Festival, während der Belagerung Sarajevos 1995 gestartet, ist heute eines der wichtigsten auf dem Balkan. Festivaldirektor Miro Purivatra sagt: “Ich bin stolz auf die junge Filmemacher aus Bosnien und dem Balkan. Sie haben hier ihre Karriere gestartet und kommen alle Jahre wieder – um ihre neuen Produktionen zu zeigen, aber auch um unser Land als eine starke Region der Filmschaffenden zu bewerben.”

Ein Beweis mehr dafür sind die Begeisterung und die Tränen, die der Film „Die Kinder von Sarajevo” beim Filmfestival in Cannes ausgelöst hatte – und schließlich den Sonderpreis in der Kategorie “Besonderer Blick” gewann.

Das berührende Spielfilmdrama – eine internationale Produktion – erzählt die Geschichte eines Geschwisterpaars, das durch den Krieg in Bosnien seine Eltern verliert.

Die 23-jährige Tochter Rahima – gespielt von der Bosnerin Marija Pikic, die ihre Familie um Erlaubnis fragen musste, ob sie eine Serbin spielen darf – sucht in der moralisch zerrütteten Nachkriegsgesellschaft von Sarajevo Halt im Islam und hofft, dass ihr jüngerer Bruder Nedim (gespielt von Ismir Gagula)in ihre Fußstapfen tritt. Als er in der Schule in eine Schlägerei mit dem Sohn eines örtlichen Machthabers gerät, überschlagen sich die Ereignisse.

Auch Hollywood-Star Angelina Jolie kam nach Sarajevo – doch statt eines Filmpreises gab es für sie erst einmal die Ehrenbürgerschaft der Stadt Sarajevo – für ihr Kriegsdrama “In the Land of blood an honey”, der in Bosnien zwischen 1992-1995 spielt.

Es ist eine Liebesgeschichte zwischen einem Serben und einer Bosniakin – und Zeugnis von Vergewaltigungs- und Konzentrationslagern zugleich. Es geht um die Verbrechen der “ethnischen Säuberungen”, die Serbien bis heute bestreitet.

Anfangs hatte das Jolie-Projekt Misstrauen bei den Bosniern ausgelöst. Sie dachten, das Leiden der Vergewaltigten würden “instrumentalisiert”.

Ein Mammut-Projekt – für alle, wie auch Jolie bestätigt: “Es ist das schwierigste Projekt, an dem ich je gearbeitet habe und das mit dem tiefsten Respekt für die betroffenen Menschen. Ich wollte niemanden verletzen. Das war die größte Herausforderung”, sagte der Star.

Heute ist die Stadt der Diva dankbar – weil Jolies Regie-Debüt vor allem die im Ausland oft falsch verstandene jüngste Geschichte des Landes zurecht rücke.

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