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Zweiter Timoschenko-Prozess erneut vertagt

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Zweiter Timoschenko-Prozess erneut vertagt

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Trotz eines Verbots haben vor dem Gerichtsgebäude in Charkow in der Ukraine mehrere hundert Anhänger der inhaftierten Julia Timoschenko für die Freilassung der Ex-Regierungschefin demonstriert. Ein neuer Prozess gegen Timoschenko wurde vertagt, weil ein Gesundheitsgutachten fehlt.

Timoschenko, die auch von deutschen Ärzten der Berliner Charite im Gefängnis in Charkow behandelt wird, drohen wegen Veruntreuung und
Steuerhinterziehung weitere zwölf Jahre Haft.

Timoschenkos Verteidiger Sergej Wlasenko klagt, die Regierung tue alles, um die Dinge hinauszuziehen. Die Regierung habe zu diesem Zweck das Gesundheitsgutachten verzögert, damit der Prozess erst einmal vertagt werde. Präsident Janukowitsch fürchte sich vor der Verhandlung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, die für den 28. August anberaumt sei.

Mitglieder der Charkower Ärztevereinigung demonstrierten vor der deutschen Botschaft in Kiew gegen Timoschenkos Behandlung durch ausländische Spezialisten. Auf Flugblättern
bezweifelten sie den Therapieerfolg ihrer deutschen Kollegen.

Timoschenko ist bereits in einem ersten Prozess zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Die 51-Jährige hat Probleme mit der Bandscheibe.