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Brasilianische Häftlinge radeln für ihre Freiheit - und fürs Straßenlicht

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Brasilianische Häftlinge radeln für ihre Freiheit - und fürs Straßenlicht

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Sie strampeln und strampeln – und alles für einen guten Zweck: In einem kleinen Gefängnis im Südwesten Brasiliens im Staat Minas Gerais treten die Inhaftierten in die Pedale und werden damit SO alternativen Energiequellen. Acht Stunden am Tag – damit nachts zehn Straßenlaternen leuchten. Das System ist simpel: Hinter jedem Standrad steht eine Batterie. Auch wenn das Licht noch schwach ist, bei den Häftlinge hats gefunkt:

“Seit wir Radfahren, fühlen wir uns wichtiger und mehr gebraucht. Man ist von Tag zu Tag besser drauf!”, sagt Ronalda da Silva, der nach einem Raubüberfall fünfeinhalb Jahre einsitzt und bereits vier Kilogramm verloren hat.

Seit zwei Monaten praktiziert Gefängnisdirektor Gilson Rafael Silva mit seinen schweren Jungs das Programm. Das stammt aus den USA und wurde vom örtlichen Richter Jose Henrique Mallmann übernommen.

Doch nun profitieren alle Seiten davon. “Unsere Idee hinter diesem Projekt ist außerdem”, sagt Gefängnisdirektor Gilson Rafael Silva, dass die Männer Sport machen und dabei auch noch abnehmen. Und sie tun sich damit selbst einen Gefallen: Für drei Tage radeln, müssen einen Tag weniger einsitzen!”

So steckt hinter dem Strampeln-fürs-Laternenlicht-Projekt, das landesweit in den Gefängnissen praktiziert werden soll, wohl vor allem eines: Der Staat will die überfüllten Haftanstalten schneller leer bekommen.