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Frauenverbände protestieren in Kabul  

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Frauenverbände protestieren in Kabul  

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In der afghanischen Haupstadt Kabul haben Menschenrechtsaktivistinnen gegen die Hinrichtung einer afghanischen Frau durch die Taliban demonstriert. Viele Afghanen sind geschockt. Sie fühlen sich in die Zeit der Taliban-Herrschaft Mitte der 90er Jahre versetzt. Damals standen öffentliche Exekutionen oder Auspeitschungen als erzieherische Maßnahmen quasi auf dem Tagesprogramm.
Die Frauenverbände werfen den Taliban “sadistischen Frauenhass” vor, sie verlangen Aufklärung, wie die Aktivistinnen mitteilten: „Wir wollen, dass die Regierung diesen Fall aufklärt und die Schuldigen vor Gericht bringt. Die Gewalt nimmt von Tag  zu Tag zu. Wir wollen, dass die Regierung endlich handelt und die Gewalt stoppt.”
 
Die öffentliche Hinrichtung fand vor rund zwei Wochen in der nördlichen Provinz Parwan statt, rund eine Stunde von der Hauptstadt Kabul entfernt. Unter den Augen der versammelten Dorfbewohner wurde die Frau wegen eines angeblichen Ehebruchs erschossen. Einige Anwesende jubelten, andere schauten neugierig zu, Proteste gab es keine. Die Szene wurde gefilmt und später auf der Videoplattform “Youtube” veröffentlicht. Die Taliban begrüßten die Erschießung. Angesichts der Empörung in der Bevölkerung wollen sie aber keine Verantwortung übernehmen.
Die afghanische Regierung verurteilte die Hinrichtung in Parwan und sprach von einer “unmenschlichen Grausamkeit der Taliban”.