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Wut in Madrid

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Wut in Madrid

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Protestierende Bergarbeiter haben in Madrid ein paar tausend Unterstützer gefunden – am Tag, an dem die Regierung weitere Spar-Zumutungen verkündete. Sie folgten den etwa 400 Kumpels in blauen Overalls und weißen Helmen. Die haben mehrere hundert Kilometer Marsch aus der Kohleregion im Norden hinter sich. Sie protestieren seit eineinhalb Monaten dagegen, dass die Regierung die Subentionen schneller zusammenstreicht als vorgesehen.

Manuel Alonso, Bergmann, nach 23 Jahren Arbeit im Ruhestand:

“Ich denke, die in der Regierung brauchen das. Sie müssen das hier sehen, sie müssen sehen: Ganz Spanien läuft schlecht, nicht nur die Minen, alles.”

Tony, Bergmann:

“Der Marsch endet hier, aber der Krieg hat gerade erst begonnen. Es ist Krieg, weil der Minister nicht mit den Gewerkschaften verhandelt hat.”

Viele Demonstranten nehmen es der konservativen Regierung übel, dass sie die Banken rettet und am Gesundheitssystem und in der Bildung spart.

Fermin Yuste, Arbeiter und Unterstützer der Bergleute:

“Die größte Ungerechtigkeit trifft in diesem Land die Arbeiterklasse – mit den Einschnitten der Regierung. In diesen Zeiten ist es doch wichtiger, Arbeiter mit staatlichen Subventionen zu unterstützen, Bergleute in diesem Fall – als Bankern zu helfen, wie sie es tun.”

Und die Aussichten sind mau: Der Abschwung geht wahrscheinlich auch im nächsten Jahr weiter.

“So wie die Lage im Moment ist, ist es in Spanien unmöglich, Wachstum zu erreichen und Arbeitsplätze zu schaffen”, gestand Regierungschef Mariano Rajoy.

mit AFP, Reuters