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Gelobt sei das selektive Hören!

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Gelobt sei das selektive Hören!

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Wie sensibel sind unsere Ohren?
Was nehmen sie wahr und was nicht?
Welche Geräusche sortiert unser Gehirn aus, damit die Ohren weniger Arbeit haben?

Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in San Francisco haben jetzt herausgefunden, dass das menschliche Gehirn in der Lage ist, sich auf EIN Geräusch zu konzentrieren – auch, wenn wir in einem Raum voller Menschen sitzen.

“Wir haben festgestellt: Von zwei Stimmen, die in ein Ohr gesprochen wurden, hat das Gehirn nur eine wahrgenommen. Das Ergebnis zeigte, dass die zweite Stimme komplett ingnoriert wurde”, sagt der Neurochirurg Edward Chang.

Während der Tests bekamen die Probanden zwei Redensammlungen zu hören: Es sprachen dabei verschiedene Stimmen verschiedene Sätze. Danach sollten die Probanden einzelne Wörter wiedergeben, die sie gehört hatten.

Mittels Entschlüsselungsmethoden fanden die Wissenschaftler dann heraus, welche Wörter das Gehirn der Zuhörer aus welchen Reden herausgefiltert hatte. So stellten sie fest, dass das Nervensystem in der Hörrinde nur das reflektiert, was der Zuhörer hören will.

Die Audiologin Milica Kovijanic erklärt dazu: “In einer lauten Umgebung benutzen wir unsere visuellen Sinne, unsere Ohren und unser Hirn und verarbeiten die Geräusche. Die meisten Menschen wählen mit den Augen aus, wem und was sie zuhören wollen. Das hilft. Ein Ohr richtet also seinen Fokus auf den, der spricht. Das andere arbeitet wie ein Monitor und vergleicht, was es von den aufgenommenen Dingen in den Hintergrund drängt und was wir wirklich hören wollen. Es ist also wichtig, zwei gute Ohren zu haben.”

Es wäre also für uns unerträglich, Gespräche in einem vollen Café oder Restaurant zu hören, wenn unser Hirn nicht in der Lage wäre, zwischen wichtigen und unwichtigen Geräuschen zu unterscheiden.