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Beschneidungen sollen straffrei bleiben

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Beschneidungen sollen straffrei bleiben

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Die rituelle Beschneidung von Jungen soll in Deutschland weiter straffrei bleiben. Dies gab Steffen Seibert, der Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel, bekannt.

Das Landgericht Köln hatte zuvor Beschneidungen als Körperverletzung gewertet und damit Empörung bei jüdischen und muslimischen Organisationen auch im Ausland hervorgerufen.

Rabbiner warnen, dieses Gerichtsurteil könne jüdisches Leben in Deutschland auf Dauer unmöglich machen. Der Rabbi Pinchas Goldschmidt sagte: “Die deutschen Herrscher im Mittelalter haben festgelegt, dass Juden, die hier leben wollen, das Recht haben müssen, Beschneidungen durchzuführen. Denn sobald man seine Kinder nicht mehr beschneiden darf, bedeutet das, dass man auswandern muss.”

Die Rabbiner erhielten Rückendeckung vom katholischen Erzbischhof Gerhard Ludwig Müller, er sagte, die Beschneidung sei ein uralter religiöser Brauch.

Prof. Dr. Kristof Graf, Chefarzt des jüdischen Krankenhauses in Berlin, fordert Klarheit: “Es herrscht jetzt große Unsicherheit und wir werden bis auf weiteres keine religiös begründeten Beschneidungen mehr durchführen. Das ist sehr schade, denn hier in unserem Krankenhaus ist das eine lange Tradition.”

Außenminister Guido Westerwelle forderte eine rasche und verbindliche Klärung. Die freie Religionsausübung müsse in Deutschland geschützt bleiben. Auch SPD und Grüne machten sich für eine Gesetzesinitiative stark.