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Aus der Hochzeitsfeier wurde ein Blutbad

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Aus der Hochzeitsfeier wurde ein Blutbad

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Ein Selbstmordattentäter hat in Nordafghanistan mehr als zwanzig Menschen mit in den Tod gerissen. Es war die Hochzeitsfeier der Tochter des einflussreichen Abgeordneten Ahmed Chan Samangani. Dieser hatte auf Sicherheitskontrollen verzichtet, um den Gästen Unannehmlichkeiten zu ersparen. Der Attentäter zündete nach Angaben der Polizei seine Sprengstoffweste in der Hochzeitshalle, während er Chan begrüßte. Dieser wurde ebenfalls getötet.

Die Provinz Samangan gilt sonst als relativ friedlich und gehört zum Einsatzgebiet der Bundeswehr.

Sechzig Gäste wurden teils so schwer verletzt, dass die Polizei mit weiteren Todesfällen rechnete. Die Taliban wiesen jede Verantwortung für den Anschlag von sich. Der Abgeordnete, der der usbekischen Minderheit angehörte und als Karsai-Vertrauter galt, habe als ehemaliger Mudschaheddin-Führer viele Feinde gehabt, erklärten sie. Ahmed Chan Samangani hatte sowohl gegen die sowjetische Besatzung als auch später gegen die Taliban-Herrschaft gekämpft.