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Syrien: Tremseh kein Massaker, sondern "erfolgreiche" Militäroperation


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Syrien: Tremseh kein Massaker, sondern "erfolgreiche" Militäroperation

Die syrische Regierung hat die Vorwürfe zum Blutbad in Tremseh Mitte der Woche zurückgewiesen. Das Staatsfernsehen zeigte Waffen, die die syrische Armee bei ihrer Operation in dem Dorf beschlagnahmt haben soll. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, die Armee habe 37 Kämpfer und zwei Zivilisten getötet in der Ortschaft, von der aus die Rebellen Angriffe in anderen Orten vorbereiteten. Es sei kein Massaker gewesen: Es habe in Tremseh Kämpfe gegeben zwischen den Sicherheitskräften und bewaffneten Kräften, die nicht zur Armee gehören. Man sei sich klar über das Timing im Verhältnis zu den Beratungen im Weltsicherheitsrat. Die Regierungsgegner suchten einen Vorwand, um die weisen Bemühungen Russlands im Sicherheitsrat zu hintertreiben.

Es seien keine Hubschrauber oder Panzer eingesetzt worden, sondern als schwerste Waffe eine Panzerabwehrrakete.

Die Vorwürfe im Brief des Syrien-Sondergesandten Kofi Annan vom Vortag nach dem Besuch der UN-Beobachter in Tremseh bezeichnete er als übereilt, es fehle ihnen die faktische Grundlage.

Die Sprecherin der Beobachter-Mission erklärte hingegen nach der Besichtigung, die Angriffe hätten anscheinend gezielt Häusern von Aktivisten und Armee-Deserteuren gegolten. Die UN-Beobachter hätten Häuser mit Blutlachen und Blutspritzern an den Wänden und leeren Patronenhülsen gesehen. Es sei eine breite Palette von Waffen eingesetzt worden, darunter schwere Waffen, Mörser der Artillerie und Handwaffen.

Laut Opposition waren bei dem Blutbad in Tremseh mehr als hundert Menschen getötet worden. Kofi Annan wird am Dienstag in Russland mit Präsident Putin über das weitere Vorgehen beraten. Russland hat bislang im Weltsicherheitsrat jegliche weitergehende Sanktion und Intervention des Auslands in Syrien blockiert.

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