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Erster Familienbesuch für Palästinenser in Israels Gefängnissen seit fünf Jahren

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Erster Familienbesuch für Palästinenser in Israels Gefängnissen seit fünf Jahren

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Zum ersten Mal seit fünf Jahren hat Israel palästinensischen Familien aus dem Gaza-Streifen erlaubt, inhaftierte Angehörige zu besuchen. Mit einer Rotkreuz-Eskorte passierten die Besucher von zwei Dutzend Häftlingen den Übergang zwischen Gaza und Israel. Künftig würden ihnen wöchentliche Besuche erlaubt, so
eine Gefängnissprecherin in der Haftanstalt Ramon.

Ayman Shhabi, Rotes Kreuz Gaza:

“Das ist für uns ein Schritt in die richtige Richtung. Wir hoffen, das geht so weiter. Alle Familien sollten so ein Besuchsrecht bekommen.”

Insgesamt sitzen 4800 Palästinenser in israelischen Gefängnissen, rund 400 Aus dem Gazastreifen. 320 Terrorverdächtige sitzen ohne Gerichtsverfahren.

Die Besuchsregelung ist Teil einer Vereinbarung vom Mai. Damals waren 1600 palästinensische Gefangene im Hungerstreik.

Um Wael Al-Asar, Mutter eines Häftlings:

“Wir waren so glücklich, als wir hörten, dass wir unseren Sohn besuchen können. Und als dann unsere Namen nicht auf der Liste standen, waren wir sehr traurig. Hoffentlich können wir bald zu ihm. Wir wollen sehen, ob es ihm gut geht – vor allem nach dem Hungerstreik, den sie durchgemacht haben.”

Das Besuchsverbot war 2007 erlassen worden, nachdem Palästinenser den israelischen Soldaten Gilad Schalit im Gaza-Streifen entführt hatten.

Shalit war im Oktober vergangenen Jahres im Austausch gegen 1000 palästinensische Häftlinge freigekommen.

mit Reuters, AFP