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"...solang die Mörder leben auf der Welt"

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"...solang die Mörder leben auf der Welt"

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Vor gut einem Jahr forderten Demonstranten in Budapest die Verurteilung eines anderen mutmaßlichen Nazi-Helfers aus Ungarn. Sandor Kepiro war bereits 1944 verurteilt worden, konnte dann aber entkommen und untertauchen. Ihm wurde Mittäterschaft an einem Massaker 1942 in Novi Sad vorgeworfen, bei dem 1.200 Juden ermordet wurden. 2011 endete der Prozeß vor einem ungarischen Gericht mit Freispruch.
Ungarn hatte mit den “Pfeilkreuzlern” seine eigene Nazi-Partei. Die kam im Oktober 1944 an die Macht. Sie setzte die von Eichmann begonnenen Deportationen fort.Tausende ungarische Juden wurde gleich an der Donau erschossen und in den Fluß geworfen. Sandor Kepiro starb kurz nach dem Freispruch. Auch ihn hatten Jouralisten mit Hilfe des “Simon-Wiesenthal-Zentrums” aufgespürt.
So wie jetzt Laszlo Csatary. Der soll im Frühjahr 1944 in Kosice in der Slowakei, als Polizeichef maßgeblich an der Deportation von mehr als 15.000 Juden ins Vernichtungslager Auschwitz beteiligt gewesen sein. Auf der Liste der Nazi-Jäger vom Wiesenthal-Zentrum stehen neben Csataly heute noch Alois Brunner, der in Syrien vermutet wird, Algimantas Dailide, der 2006 in seiner Heimat Littauen in Abwesenheit zum Tode verurteilt wurde
und sich möglicherweise in Deutschland aufhalten soll. Aribert Heim, der “Doktor Tod” aus dem KZ Mauthausen, soll möglicherweise in Ägypten verstorben sein, Karoly Zentai wartet in Australien derzeit auf seine Auslieferung nach Ungarn,
und in Kanada vermuten die Nazi-Jäger
Helmut Oberländer und Wladimir Katrijuk, denen Kriegsverbrechen in Weißrussland bzw. der Ukraine vorgeworfen werden.
Efraim Zuroff vom “Simon-Wiesenthal-Zentrum”
sagte 2010, auf der Fahndungsliste stünden noch 10 mutmaßliche Kriegsverbrecher, die man vor Gericht bringen könne. Das sei aber nur die Spitze des Eisbergs. Niemand könne genau sage, wieviele Nazi-Kriegsverbrecher noch an Leben seien.
Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verjähren niemals.
Darum schützt das hohe Alter die spät aufgespürten auch nicht vor Strafe. Das gilt aber in einem der mehr 51 von insgesamt 210 UN-Mitgliedsstaaten ( Stand 2007), die die entsprechende UN-Konvention ratifiziert haben.
Simon Wiesenthal, der um 89 ermordete Familienangehörige trauerte, hatte auch mehrfach die Vereinten Nationen gemahnt, keinen Mörder davonkommen zu lassen.