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Mit Stöcken und Macheten gegen die Armee

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Mit Stöcken und Macheten gegen die Armee

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Der Konflikt zwischen Kolumbiens Farc-Guerrilleros und der Regierung eskaliert. Mit Stöcken und Macheten haben jetzt die Leidtragenden eingegriffen. Ureinwohner vom Volk der Nasa – 200 Männer, Frauen und Kinder – zerlegten eine Stellung der Armee. Die wehrte sich nicht.

Mehr als 500-mal war ihr Dorf Toribío im Südwesten Kolumbiens im vergangenen Jahrzehnt angegriffen worden. Als vor zehn Tagen eine Granate der Farc im kleinen Krankenhaus einschlug und vier Ärzte verletzte, war das Maß voll.

Jetzt verlangen sie, dass sich sowohl die Streitkräfte als auch die Guerilleros der „Revolutionären Streitkräften Kolumbiens“ (Farc) aus ihrem Territorium zurückziehen.

Präsident Juan Manuel Santos, unter massivem Militärschutz eingeflogen, erklärte nach der Erstürmung des Armeepostens: „Wir haben den Krieg auch satt.”

Verhindern konnte er den Macheten-Angriff aber nicht.

In vielen Gegenden Kolumbiens – wie etwa im Norden der Provinz Cauca – provoziert der Aufmarsch der Armee immer neue Gewalt der insgesamt 8000 FARC-Guerilleros.

Allein in Cauca wurden während der vergangenen zwei Wochen 2500 Menschen von der Gewalt aus ihren Häusern vertrieben. Mit über drei Millionen „displaced persons“ hält Kolumbien den Negativ-Rekord in der westlichen Hemisphäre.

So floh etwa das indigene Volk der Awá im südwestlichen Departement Nariño aus seinen Dörfern. Drogenhändler ließen sich nieder. Westliche Minenkonzerne graben unter Militärschutz nach Gold.

mit AP, AFP