Eilmeldung

Eilmeldung

Streit um Wehrpflicht entzweit Koalition in Israel

Sie lesen gerade:

Streit um Wehrpflicht entzweit Koalition in Israel

Schriftgrösse Aa Aa

Nur zwei Monate nach der Regierungsbildung in Israel ist die große Koalition aus Likud und Kadima zerbrochen. Damit hat die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zwar weiterhin die Mehrheit im Parlament, ist aber deutlich geschwächt. Kadima-Chef Schaul Mofat erklärte, es gebe für seine Partei keine andere Möglichkeit – jedes Zugeständnis würde das Bild der Kadima beschädigen. “Nicht nur die Öffentlichkeit wird über Netanjahu urteilen”, sagte Mofat, “auch die Geschichte wird es tun und die Geschichte geht nicht sanft mit jenen um, die etwas hätten verändern können aber entschieden haben, untätig zu bleiben.”

Stein des Anstoßes war ein Streit über die Wehrpflicht für ultraorthodoxe Juden. Diese sind derzeit vom Dienst in der Armee befreit – und wollen, dass das auch so bleibt, wie Hunderte Demonstranten am Montag forderten. Im Februar hatte sich das höchste israelische Gericht gegen die Freistellung orthodoxer Juden ausgesprochen. Laut dem Verteidigungsministerium sollen schon ab August mehr strenggläubige Juden zum Wehrdienst eingezogen werden.