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Omar Suleiman - Mubaraks Treuester der Getreuen

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Omar Suleiman - Mubaraks Treuester der Getreuen

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Am 11. Februar 2011 verkündete Vizepräsident Omar Suleiman den Rücktritt von Ägyptens Langzeit-Herrscher Husni Mubarak.
Mit lautem Jubel reagierten die Mubarak-Gegner auf den Tahrir-Platz auf Suleimans kurze Rede.

Nach 17 Tagen Dauerprotest, nach Zusammenstößen mit der Polizei, nach Todesopfern in den eigenen Reihen, hatten sie ihr erstes Ziel erreicht.
Omar Suleiman war erst 13 Tage vorher von Mubarak zum Vizepräsidenten ernannt worden.

Da konnte auch dieser Treuester der Getreuen die Protestwelle nicht mehr aufhalten.
Eigentlich hatte Mubarak ja seinen Sohn Gamal für diesen Posten – und dann für seine Nachfolge – vorgesehen.

Der 1936 geborene Omar Suleiman war lange die “graue Emminenz”, der “Mann im Schatten”.
Erst Armeeoffizier und dann seit 1993 Geheimdienstchef.
In dieser Position rettete er Mubarak das Leben.

Bei einem Treffen der Afrikanischen Union 1995 in Äthiopien verließ er sich nicht auf die Sicherheitszusagen der Gastgeber sondern ließ in aller Stille Mubaraks gepanzerte Limousine nach Addis Abeba schaffen. Islamisten griffen das Fahrzeug an – ohne Mubarak auch nur zu verletzten.

Im Sommer 1997 hatte sein Geheimdienst Hinweise auf geplante Anschläge auf ausländische Touristen.
Er verlangte besseren Schutz der historischen Orte, konnte den Tod von 62 Menschen im Oktober in Luxor aber nicht verhindern.

Mubarak setzte seinen Getreuen auch für besonders delikate diplomatische Aufgaben ein. Suleiman verhandelte während der zweiten Intifada mit den Israelis, dann mit dem Chef der palästinensischen Autonomiebehörde. Er bemühte sich auch um Vermittlung zwischen den verfeindeten palästinensischen Brüdern von Fatah und Hamas.

Als besonders dunkles Kapitel in seiner Vita werden die Foltergefängnisse in Ägypten angesehen.
Suleiman wird vorgeworfen, nach Absprache mit dem amerikanischen Geheimdienst CIA Folterstätten eingerichtet zu haben, in denen mutmaßliche islamische Terroristen “vernommen” wurden.

Die Islamisten waren für ihn immer die schlimmsten Feinde. In den 90er Jahren verfolgte sein Geheimdienst vor allem die Muslimbründer.
Es muss hart für ihn gewesen sein, zu erleben, wie sie die ersten demokratischen Wahlen in Ägypten gewannen. Zur Präsidentenwahl 2012 wollte er selber antreten, bekam aber nicht die notwendigen 30.000 Unterstützer-Unterschriften zusammen.