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Vor 20 Jahren: Mord an Anti-Mafia-Kämpfer Borsellino

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Vor 20 Jahren: Mord an Anti-Mafia-Kämpfer Borsellino

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Italien gedenkt des Mordes an einem mutigen Anti-Mafia-Kämpfer, dem Untersuchungsrichter Paolo Borsellino, vor zwanzig Jahren.

Die staatlichen Gedenkfeiern haben jedoch einen bitteren Beigeschmack, denn ob allein die Mafia für den Mord an dem Juristen verantwortlich war, zweifeln viele an. Die Staatsanwaltschaft Palermo hat Ermittlungen wieder aufgenommen und zwar gegen Ex-Innenminister Nicola Mancino und Ex-Justizminister Giovanni Conso.

“Keine Kränze vom Staat für einen vom Staat in Auftrag gegebenen Mord”, fordern die Trauernden, für die Borsellino heute mehr denn je ein Held ist.

“Die Mafia wird mich nicht töten, wenn andere nicht zustimmen.” – Das sagte Borsellino, wie sein Sohn Manfredi berichet, kurz vor seinem Tod zu seiner Familie. Schon lange hatte er sich nicht mehr sicher gefühlt.

Im Mai hatte die Mafia seinen Freund und Kollegen Giovanni Falcone ermordet. Beide, Falcone und Borsellino, waren dem organisierten Verbrechen dicht auf den Fersen. Borsellino fürchtete um sein Leben und das seiner Familie.

Am 19. Juli 1992 explodierte eine Autobombe in der Via d’Amelio, wo Borsellino seine Mutter besuchte, und riss ihn und seine Sicherheitsleute in den Tod.

Durch die Umbenennung des Flughafens von Palermo in “Aeroporto Falcone Borsellino” wurden die beiden Anti-Mafia-Kämpfer nach ihrem Tod geehrt. Auch Schulen, andere öffentliche Gebäude und Straßen sind in Italien nach den beiden Männern benannt, die der Mafia die Stirn zeigten und dafür mit ihrem Leben zahlten.