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Knapp ein Jahr U-Haft für Punk-Protest gegen Putin

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Knapp ein Jahr U-Haft für Punk-Protest gegen Putin

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Kritiker sprechen von einer Hexenjagd wie im Mittelalter: In Russland sitzen drei junge Frauen seit März in U-Haft, weil sie in einer Kirche einen Punk-Song gegen Wladimir Putin geschmettert haben. Die Justiz verlängerte an diesem Freitag die Haft für die drei Aktivistinnen der Punkband Pussy Riot auf sechs weitere Monate.

Vor dem Gerichtsgebäude versammelten sich Gegner der umtriebigen Sängerinnen: “Verteidigt unsere Kinder” und “Für die Moral” stand auf ihren Plakaten. Für die Gläubigen und die russisch-orthodoxe Kirche war die Aktion Gotteslästerung und ein Angriff auf die russische Identität.

Andere demonstrieren ihre Solidarität, so auch bei einer Demonstration Anfang Juli. Eine Gruppe namhafter Künstler, darunter Putin-Anhänger, forderte in einem Offenen Brief die Freilassung der Inhaftierten.

Im Februar hatten maskierte Mitglieder von Pussy Riot den Altar der Erlöserkathedrale in Moskau gestürmt und dort “Heilige Mutter Gottes, erlöse Russland von Putin” gesungen. Sollten die drei verurteilt werden, drohen ihnen für das Stoßgebet in Punk-Version sieben Jahre Gefängnis wegen Rowdytums. Nach Ansicht ihrer Anwälte fehlt jede Grundlage für einen Strafprozess, die Frauen seien nicht bewaffnet gewesen und hätten nichts zerstört.

Putin, der kurz nach dem Stoßgebet erneut zum Präsidenten gewählt wurde, zeigt sich unnachsichtig. Und die Kirchenführung fordert eine harte Strafe.