Eilmeldung

Eilmeldung

Droht Syrien mit Massenvernichtungswaffen?

Sie lesen gerade:

Droht Syrien mit Massenvernichtungswaffen?

Schriftgrösse Aa Aa

Syrien. Eine hochgerüstete Regionalmacht, die vermutlich auch über Massenvernichtungswaffen verfügt. Zumindest hat Syriens zunehmend unter Druck stehender Präsident Baschar al-Assad schon mal gedroht, er könne Chemiewaffen auf grenznahe Flughäfen schaffen lassen. Diese Ankündigung hatte international einen Aufschrei des Schreckens zur Folge. Der Sprecher des syrischen Aussenministeriums versuchte abzuwiegeln. Die syrische Armee habe alle Arten von Waffen unter Kontrolle und werde sie nur bei einer Aggression äußerer Feinde gegen diese einsetzen.
Soweit bekannt ist, verfügt Syrien über das größte Arsenal an konventionellen Waffen im Nahen Osten.
Schließlich war das Land im Kalten Krieg der wichtigste Verbündete der Sowjetunion in dieser Region – und die folgenden Kreml-Herrscher führen diese Bündnistradition bis heute weiter.
Syrien verfügt über 48 Raketen vom Typ Scud-B.
Die haben eine Reichweite von mehr als 300 Kilometern. Die zweite Karte beruht auf Vermutungen und Spekulationen. An diesen Orten könnten chemische oder auch biologische Waffen gelagert sein – Beweise gibt es keine.
Dafür wird um so heftiger spekuliert.
Der US-Geheimdienst CIA schätzt, Syrien verfüge über mehrere hundert Liter chemischer Kampfstoffe. Aufgelistet werden Sarin, Tabun, Senfgas und VX.
Dazu wird auf Syriens Luftwaffe verwiesen, zu der auch die Jagdbomberversion der russischen MiG-23B gehört. Und die kann chemische Waffen einsetzen. Besonders bedroht fühlt sich logischerweise Syriens ärgster Feind in der Region – Israel. Dessen Außenminister Avigdor Lieberman sagte in Brüssel: “In dem Moment, wo wir sehen, dass die Syrer chemische und biologische Waffen an Hisbollah geben, für uns ein klarer Casus Belli
[Kriegsgrund]. Wir werden entschieden und ohne
Zögern oder Zurückhaltung handeln.”
Sein Land hoffe für diesen Fall auf das Verständnis der internationalen Gemeinschaft. Israel besitzt Lieberman zufolge Informationen über radikale Schiiten-Gruppen, die mit Unterstützung des Iran versuchten, an solche Waffen zu gelangen.
Bei all diesen Berichten taucht zwangsläufig ein Untoter aus den Tiefen unbewältigter Geschichte auf. Seine später nie gefundenen Massenvernichtungswaffen waren im Falle Saddam Hussein der Vorwand für einen Krieg, der die Fanatiker auf den Plan gerufen hat, vor denen sich die Welt heute fürchtet.