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Finanzmärkte nagen an Spaniens Stolz

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Finanzmärkte nagen an Spaniens Stolz

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Spanien hat einen schweren Stand am Anleihemarkt. Kreditgeber verlangen zur Zeit 7,5 Prozent Zinsen, wenn das Land ihr Geld für zehn Jahre ausleihen möchte – ein Misstrauensvotum. So ein Zinspaket kann sich auf die Dauer kein Staat leisten, meinen Finanzexperten. An diesem Dienstag will sich Madrid zwischen zwei und drei Milliarden Euro borgen.

Und der Euro-Rettungsschirm? Keine Alternative.
“Selbstverständlich” schließe die spanische Regierung diese Notwendigkeit aus, so Wirtschaftsminister Luis de Guindos.
Die Regierung habe wichtige Wirtschaftsreformen, Sparmaßnahmen und Maßnahmen zur Sanierung der Banken getroffen – alles “irrationales Verhalten” der Märkte.

Kann schon sein, so der Analyst Juan José Toribio, IESE Business School, Madrid. Ist trotzdem Realität.

“Die Sparpolitik war eine Alternative vor ein paar Monaten, da gab es noch eine Chance, dass das funktioniert. Im Moment scheint der Markt kein Vertrauen zu haben, da kann die Regierung machen, was sie will.”

Spanien habe noch 30 Milliarden Euro auf der Hohen Kante, rechnet der Analyst Daniel Pingarron, IG Markets, vor. Damit komme das Land bis Oktober.

Spanien will, dass die Europäische Zentralbank (EZB) auf dem Schuldenmarkt massiv spanische Titel aufkauft, um das Zinsniveau für das Euro-Krisenland zu drücken. EZB-Präsident Mario
Draghi lehnt das entschieden ab. Spaniens Wirtschaftsminister de Guindos trifft am heutigen Dienstag in Berlin Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Die spanischen Banken könnten nach dem Platzen einer Immobilienblase bis zu 100 Milliarden Euro brauchen. Beinahe jeder vierte Spanier ist arbeitslos.

“Das ist ein Überfall”, riefen protestierende Staatsdiener auf der Straße.

mit AFP, Reuters, dpa

mit AP, dpa, AFP