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Atomstreit und Hühnchenstreit

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Atomstreit und Hühnchenstreit

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Demnächst reden die Chefs wieder miteinander: Auf Expertenebene ist es offenbar gelungen, die verfahrenen Verhandlungen über das
iranische Atomprogramm wieder in Gang zu bringen. In Istanbul hatten sich die Stellvertreter der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton und des iranischen Chef-Unterhändlers Said Dschalili, Helga Schmid und Ali Bagheri, getroffen.

Der Iran will sein Recht auf ein friedliches Atomprogramm anerkannt wissen. Der Westen sieht darin einen getarnten Griff nach der Atombombe.

Amir Mussawi, politischer Analyst, Teheran:

“Wenn die drei Sanktionsbündel nach einem Zeitplan aufgehoben werden, könnte alles andere diskutiert werden. Ich kann durchaus eine Bereitschaft der Islamischen Republik erkennen, zu tun, was der Westen will.”

Bei einem Ende der Sanktionen sei auch eine eine Inspektion der Militäranlagen denkbar, so der Sprecher des im iranischen Außenministeriums, Ramin Mehmanparast.

Ashton verhandelt im Namen der sogenannten
5+1-Gruppe. Dazu gehören China, Frankreich, Großbritannien, Russland, die USA und Deutschland.
Im Juni waren Verhandlungen in Moskau ohne Ergebnis geblieben.

Eine aufgebrachte Menge protestierte indessen in Neishabour im Nordosten des Irans gegen explodierende Lebensmittelpreise – für sie werden unter anderem die Sanktionen des UN-Sicherheitsrats, der USA und der EU verantwortlich gemacht. Fleisch, Fisch und Eier haben viele schon längst gestrichen. Jetzt werden auch noch Hühnchen unerschwinglich. Sie kosten dreimal so viel wie vor acht Wochen.

Unabhängige Volkswirte beziffern die Inflationsrate im Iran mit 60 Prozent – die Zentralbank sagt: 21 Prozent.

mit AFP, AP, dpa