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Brüssel will Manipulation wichtiger Zinssätze bestrafen

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Brüssel will Manipulation wichtiger Zinssätze bestrafen

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Die Europäische Kommission in Brüssel will die Manipulation wichtiger Zinssätze wie Libor oder Euribor künftig unter Strafe stellen. Damit reagiert Brüssel auf den jüngsten Skandal bei der Londoner Großbank Barclays, wo Händler den Liborsatz künstlich niedrig gehalten hatten. Der Libor wird von Banken ermittelt und genutzt, wenn sie sich untereinander Geld leihen. Er ist Berechnungsgrundlage für viele Kredite in der Realwirtschaft. Binnenmarkt-Kommissar Michel Barnier sagte, Gerichte sollten die Möglichkeit und die Mittel haben, Manipulationen unter Strafe zu stellen, selbst unter Gefängnisstrafe. Vorschläge über die Höhe der Strafe machte die Europäische Kommission nicht. Darüber sollen die Mitgliedsländer entscheiden. Während der Libor täglich in London aus den Meldungen von 18 Banken ermittelt wird, gilt der Euriborsatz in der Eurozone. Den Euribor zu manipulieren sei sehr schwierig, meint Florence Ranson von der European Banking Federation. Der Euribor werde aus Meldungen von insgesamt 43 Banken ermittelt. So viele Banken zu koordinieren, aufeinander abzustimmen, sei äußerst schwierig. Die Banken und ihre Kontrolle sind ein Thema, das mehr und mehr Bürger beschäftigt. Rund 700 000 Menschen richteten einen Aufruf an die Europäische Kommission, sich dafür einzusetzen, dass Banken ihrer öffentlichen Verantwortung nachkommen.